Leben mit Silber

Silber-Souvenirs

"Wenn einer eine Reise tut" - 5 Silbersouvenirs erzählen ihre Geschichte

So mancher, der jetzt von einer Reise aus fernem oder interessantem „Lande" zurückkehrt, hat ein Mitbringsel für die Daheimgeblieben oder ein Souvenir für sich selbst im Gepäck. Das ist heute so und war auch in früheren Zeiten nicht anders. Gerne darf es etwas Landestypisches sein oder ein ganz persönliches Erinnerungsstück an unvergessliche Tage und Erlebnisse – und manchmal war und ist so ein Erinnerungsstück auch aus Silber. Nicht oft haben wir als Händler das Glück, die originale Herkunft – wann und wo erworben oder bekommen – eines alten oder antiken Silbergegenstandes zu erfahren. Meist gehen diese Dinge durch viele Hände, werden verkauft, gekauft und wieder verkauft und stehen dann „anonym" in Antiquitätengeschäften oder auf Auktionen. Manche Silberstücke jedoch bleiben von Anfang an im Familienbesitz und die zweite oder dritte Generation kennt noch das Wann, Wo und Wie ihrer Herkunft. Wir möchten Ihnen fünf sehr persönliche Silberstücke vorstellen, deren Geschichten eines gemeinsam haben: Sie waren alle Souvenirs.

Der Becher aus München 1910: Lotte war 15 Jahre als ihr Großvater sie das erste Mal mit nach München nahm. Es war Liebe auf den ersten Blick. Besonders die unzähligen Kirchen in ihrer Pracht und denWidmung-Becher-Muenchen großen imposanten Türmen hatten es Lotte angetan, die von ihrem norddeutschen Heimatstädtchen nur eher schmucklose Gotteshäuser kannte. Was für eine bunte, lebenslustige Stadt. Wann immer der Großvater zu Geschäften nach München aufbrach, bat und bettelte Lotte ihn, sie wieder mitzunehmen. Da dies meist nicht möglich war, gab es viel Enttäuschung und manche Tränen, bis der Großvater ihr von einer München-Reise zurückkehrend diesen kleinen Fassbecher mit den Worten mitbrachte. „Jetzt hast Du Dein München immer vor Augen ". In der Tat, dieser kleine Silberbecher zeigt rundum in schöner Reliefarbeit das ganze Münchner Stadtpanorama. Er ist eine Arbeit der bekannten Königlich Bayrischen Holfgoldschmiede Theodor Heiden, die bis heute, jetzt in der fünften Generation, zu den renommiertesten Goldschmieden Münchens gehört. Lotte gab den geliebten Becher als Hochzeitsgeschenk an Ihre Tochter weiter, die das verwirklichte, was Lotte nicht möglich gewesen war. Sie studierte Kunstgeschichte, heiratete einen „waschechten Bayern und lebte in München.

Der Porringer aus New York 1938: Zu ihrem 5. Hochzeittag machten Maximilian und Sophia eine unvergessliche Reise nach New York. Töchterchen Josephine, 2 Tiffany-heuteJahre alt, blieb in der Obhut von Kinderfrau und Großeltern zu Hause. Wer nach New York fährt, kommst so oder so an Tiffany nicht vorbei. Ob man nun vor den Schaufenstern frühstückt oder wie Maximilian dort für seine Frau ein Schmuckstück erwirbt – Tiffany- das ist ein Stück New York. Hingerissen von Geschäft und Schmuckstück, hatte Sophia den Wunsch,  etwas von Tiffany auch der kleinen Tochter mitzubringen. Sie entschied sich als Mitbringsel für einen kostbaren Porringer, eine silberne Breischüssel. Dieser Porringer ist eine Reproduktion eines Originales von Paul Revere (1702 bis 1754), dem wohl berühmtesten und auch besten Silberschmied, den Amerika je hatte. Das Original stand und steht auch heute noch als Teil der bedeutenden „Clearwater Collection" im „Metropolitan Museum of Art „ in New York.

Das Tablett aus Kalkutta 1893: Onkel Leopold, war schon immer ein wenig das schwarze Schaf der Familie gewesen. Auch jetzt, anstatt nach dem frühen Tod des Vaters, das Unternehmen zu übernehmen, überließ er die Geschäfte dem jüngeren Bruder und ging, versehen mit einem stattlichen Erbe auf Weltreise. Von diesen Reisen brachte er die wundersamsten und kuriosesten Dinge mit. Gerne saßen Nichten und Neffen bei seinen seltenen Aufenthalten in der Heimat zu seinen Füßen und lauschten entzückt den Abenteuern des Globetrotters. Als er starb, ging sein Besitz, ein riesiges Sammelsurium von „Mitbringsel" und Kostbarkeiten aus aller Welt, an die Kinder seines Bruders. Seine Lieblingsnichte erhielt überdies das für sie kostbarste Erbstück: Onkel Leopolds Reise-Tagebücher, in die er nicht nur seine Erlebnisse und Begenungen niedergeschrieben hatte, sondern auch minutiös auflistete, wo, wann und bei wem er seine vielen „Souvenirs" erhalten hatte. So wissen wir heute genau, dass er dieses kleine Tablett 1893 in Kalkutta bei einem Silberschmied gekauft hatte, in dessen Familie er drei Tage als Gast weilte. Das Tablett ist für diese Region mit dem typischen Dekor von Dschungelmotiven und einem hohen Silbergehalt handwerklich wunderschön gearbeitet, der Rand zeigt Blumenmotiven und jeweils zwei Fische an den Ecken.

Das Teeglas aus Moskau 1914: Theodor war Lehrer und arbeitete durch glücklhafte Umstände als Privatlehrer für eine Familie aus dem Hause Hessen-Darmstadt. Dort traf er Pjor Alexejewitsch, der anBojaren diesen ungewöhnlichen jungen Mann großes Gefallen fand und ihn als Lehrer für seine Söhne nach Moskau abwarb. Es war eine ereignisreiche und schöne Zeit, die mit dem Ausbruch des 1. Weltkrieges ihr Ende fand. Die Deutschen und mit Ihnen Theodor, mussten Russland verlassen. Nie, erzählte er später seinen eigenen Söhne, wird er den herzlichen Abschied von der Familie vergessen und das Geschenk, dass sie ihm als Gedenken an seine Moskauer Jahre gaben - das kostbare Teeglas mit dem Motiv eines russischen Bojaren, der ihn immer so sehr (vom Bart einmal abgesehen) an seinen freundlichen und gütigen Arbeitgeber erinnerte. Dieser ließ es nach seinen Vorstellungen von einem Moskauer Silberschmied anfertigen und wer weiß - vielleicht hat er sich in dem Bild ja wirklich verewigt.

 

Der „Schiffs-Löffel" aus Amsterdam 1905: Josef wurde im Allgäu auf einem Bauernhof geboren und war ein kränklicher Junge. Seine Leidenschaft für das Meer, das er nur aus Büchern kannte, war den Eltern ein Rätsel, den Geschwistern suspekt und für ihn alles andere alsSchiffe-a erklärbar. Als sich sein Gesundheitszustand verschlechterte und die Ärzte zu Seeluft rieten, schicken ihn seine Eltern zu einer entfernten Verwandten ins holländische Bergen aan Zee, wo Sie mit ihrem holländischen Mann eine kleine Pension betrieb. Meer und Strand direkt vor der Haustür verbrachte Josef 8 Wochen wie im Paradies. Das Schönste für ihn war , wenn Onkel Jan ihn zum Segeln mitnahm. Das war der Himmel auf Erden. Um so schmerzvoller war der Abschied. Als Erinnerung an seine – wie er später sagte, schönste Zeit seiner Jugend – schenkte Jan ihm diesen kostbaren Andenkenlöffel, mit einem Boot ganz ähnlich der Jolle, auf der er segeln gelernt hatte und mit dem Stadtwappen von Amsterdam, die schöne Stadt, die er während seines Aufenthaltes besuchen durfte . Übrigens zog Josef später nach Hamburg, wurde ein angesehener Geschäftsmann und ein leidenschaftlicher Segler. Die Leidenschaft für das Meer, das Segeln und sehr viel später den Löffel vererbte er an seinen Sohn.

Rahmen

Für alle, die von ihrer Reise nicht unbedingt Silber mitbringen können oder wollen - ein Erinnerungsfoto von glücklichen (Urlaubs-) Tagen in einem ausgefallenen Silberrahmen ist auch ein wirklich schönes Souvenir.

 

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