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Das Vergolden von Silber

Es gibt im Wesentlichen drei Methoden Silber zu vergolden:

 

1. Das Tauschieren

Das Tauschieren ist die älteste Technik um Silbergegenstände zu vergolden. Sie wurde bereits in der Antike angewendet. Dabei wird dünnes Goldblech oder auch Golddraht in vorher ausgehobene Vertiefungen des Silbers eingehämmert. Da diese Verbindung häufig nicht von Dauer war, haben die Goldschmiede später diese sonst reizvolle Technik nur noch selten angewandt.


2. Die Feuervergoldung

Die Feuervergoldung ist ebenfalls ein sehr altes Verfahren um Silber zu vergolden und war bis zur Erfindung der galvanischen Vergoldung die einzige Möglichkeit einen Silbergegenstand – teilweise oder ganz – dauerhaft zu vergolden. Die französische Bezeichnung Vermeil (Purpur) wurde später zum allgemeinen Begriff für feuervergoldetes Silber. Die Feuervergoldung ist die edelste Form der Vergoldung. Dabei wird Goldamalgam als breiige Masse auf das Silber gestrichen. Feuereinwirkung lässt aus dem Goldamalgam das Quecksilber verdampfen und bindet das verbleibende reine Gold unlöslich auf die Silberfläche. Es entsteht eine Vergoldung mit rötlicher(Vermeil-Purpur), tiefer strahlender Leuchtkraft und typischer Dichte und Lebendigkeit. Das Problem bei diesem Verfahren sind die Quecksilberdämpfe, die zur schleichenden Vergiftung des Körpers der Goldschmiede führten. Daher wird diese Art der Vergoldung heute nur noch höchst selten angewandt und unterliegt strenger Auflagen. Zur Beruhigung – die fertige Feuervergoldung enthält keine giftigen Schadstoffe mehr und Gegenstände aus Vermeil, wie Becher oder Teller, können unbedenklich benutzt werden.


3. Die galvanische Vergoldung

Die galvanische Vergoldung beruht darauf, dass durch elektrischen Strom aus einer flüssigen Goldverbindung( Goldsalzlösungen), dem Elektrolyten, das Gold als dünner Überzug auf das Silber übertragen werden kann. Die erste Vergoldung aus diesem Weg gelang 1805 Lodovico Gasparo Brugnatelli. 1834 gründeten die Engländer Georg und Henry Elkington in Birmingham den ersten Vergolderbetrieb. Diese Art der Vergoldung wird seit der Mitte des 19. Jahrhunderts fast ausschließlich angewandt, da sie durch einen geringeren Goldverbrauch relativ preiswert ist und für den Hersteller mit keinen gesundheitlichen Risiken verbunden ist. Nachteil der galvanischen Vergoldung ist die geringere Haltbarkeit als Vermeil, das auch den intensiveren Glanz besitzt. Dafür kann die galvanische Vergoldung jederzeit erneuert werden.

Beispiele:

Augsburger-Vermeilbesteck  Fischbesteck-vergoldet
 Augsburg um 1780 – Vermeil-Besteck  Hamburg 1890 – Besteck galvanisch vergoldet
 Becher-nuernberg Becher-Winterhalter1900
Nürnberg 1793 - Vermeil-Becher München um 1900 – Becher galvanisch vergoldet
Korb-Riga Henkelschale-Russland
Korb Riga um 1830 - Vermeil Innenvergoldung Korb Moskau 1894 - galvanische Innenvergoldung

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