Leben mit Silber

Lust-auf-Meer

Ferienabend am Meer - mit Silber im Strandkorb

Im Süden Deutschlands lebend, packt uns einmal im Jahr die Sehnsucht nach dem Norden und dem Meer. So verleben wir oft im Spätsommer schöne Tage an der Ostsee. Frühmorgens stehen ausgiebige Strandspaziergänge mit den Hunden auf dem Plan, tagsüber entspanntes Nichtstun im (gemieteten) Ferienhaus und abends „Sonnenuntergang" am – jetzt wieder menschenleeren - Strand. In unserem Strandkorb haben wir den besten Logenplatz für ein immer wieder neues, hinreißendes Naturschauspiel. Ein guter Platz, um auch zu Abend zu essen, mit einer schönen Flasche Wein – unsere silbernen Reisebecher sind wie immer mit dabei - frischen Krabbenbrötchen oder Lachssandwiches und freiem Blick auf die Sonne, die im Meer versinkt. Schön!
SeepferdchenschaleAllen, die sich jetzt fragen, warum hier auf dem Foto, anstatt eines Picknick-Korbes ein großes Tablett mit allerlei Silber steht, anstatt Krabbenbrötchen ein raffiniert angemachter Matjessalat gegessen und anstatt einer Fackel der Strandkorb von einem Silberleuchter erhellt wird, müssen wir gestehen: Wir haben ein wenig geschummelt. Begeistert nicht nur von den Küsten und Stränden des Nordens (hier ein Urlaubsfoto aus Ahrenshoop), sondern auch den hier dazugehörigen, typischen Strandkörben, haben wir auf einer unserer Reisen ein besonders schönes Exemplar gekauft und in den Süden transportiert, wo er jetzt in unserem bayrischen Garten steht. So haben wir zwar nicht das Meer vor der Tür, aber ein Stück Erinnerung an die Ostsee, wann immer uns danach ist. Wie heute Abend. So „picknicken" wir im Strandkorb mit Wein, Fisch und viel Silber, denn Küche und Schrank sind nur ein paar Meter entfernt. Der Fischsalat zubereitet aus neuen Matjes, warmen Kartoffeln, ausgelassenem Speck, frischer Gurke, Rukola, viel Schnittlauch und Zitronenöl wird in einer Fußschale serviert, die passend zum „Meer-Feeling" mit Seepferdchen-Figuren und Muschel-Medaillons verziert ist. Das innen vergoldete Oberteil in geschwungener, achteckiger Form steht auf einem mehrfach facettierten runden Fuß. Ein ausgefallenes Objekt, das von der Fantasie der Silberkünstler aus der Jugendstilzeit erzählt. Zu viel Platz ist nicht auf dem Tablett und im Strandkorb, so steht dasFischbesteck-Schoepflich-life Kopie Brot in einem kleinen englischen Toastständer von 1897, dessen Besonderheit in der Handhabe, die als Monogramm gestaltet ist, besteht. Eine hübsche Idee der Birminghamer Firma Hilliard & Thomason, die so Ihre Silberobjekte nach Wunsch des Auftraggebers individualisierte. Wen wundert´s, dass wir für das Salz eine Saliere in Muschelform gewählt haben. Diese stammt aus Berlin von dem berühmten Silberschmied Johann George Wilhelm Heinicke, der sie um 1840 in Silber 12 Lot fertigte. Die Pfeffermühle wurde aus Elfenbein gedrechselt, Deckel und Kartusche sind aus Silber 925 – ein seltenes Stück aus der Zeit um 1900 mit einem immer noch sehr gut funktionierenden, französischen Mahlwerk. Nicht nur selten, sondern einmalig, ist das Fischbesteck, das wir heute verwenden. Das Besteck für 6 Personen ist eine Einzelanfertigung des Münchner Silberschmiedes Eduard Schöpflich, der dies als Ergänzung zu einem alten Augsburger Besteck anfertigte. Wie vielleicht einige von Ihnen noch aus unserem Magazin-Artikel „Mehr Fisch" wissen, waren Fischbestecke lange Zeit bei Tisch unbekannt und kamen erst Anfang der 19. Jahrhunderts von Venedig kommend, zuerst in Frankreich in Mode. In Deutschland werden Fischbestecke erst nach 1870 erwähnt. Das Besteck im Augsburger Faden wurde aufwändig mit Muscheldekor versehen. Außergewöhnlich für diese Zeit ist auch der hohe Silberfeingehalt von 925/1000 und die besonders massive und schwere Ausführung. So wiegt jedes Teil für sich 100 Gramm. Der jüdische Silberschmied Eduard Schöpflich war Hoflieferant des Hauses Wittelsbach und starb 1933 in München. Apropos Muschel:  Sie war zu allen Zeiten ein sehr beliebtes und dem entsprechen oft verwendetes Zierelement für Silber, vom Tablett bis zum Serviettenring. Beim Besteck ist das bekannte „Filet et Coquille" – benannt nach der formgebenden Coquille St. Jaques, der Jakobsmuschel, zu erwähnen, aber auch die Laffen kleiner Salz- und Zuckerlöffel oder die „Greifer" von Zuckerzangen wurden gleich einer Muschel gearbeitet. Auch andere Meeresbewohner - Fische, Krebse, Seepferdchen, sagenumwobene Meeresungeheuer und liebliche Meerjungfrauen inspirierten die Silberschmiede zu außergewöhnlichen Kreationen.
Blaue-Details
Nach dem Essen lesen wir aus Ringelnatz´ „Kuttel Daddeldu" oder spielen Schiffe versenken, denken an die glücklichen Tage an der Ostsee und genießen unseren Wein, noch gut gekühlt im hohen Becher-FlaschenstaenderFlaschenständer von der bekannten Londoner Firma Mappin & Webb, gefertigt 1906 in Sheffield. Unsere Silberbecher heute Abend sind ein Becher aus Brünn von 1812 und ein Fürstlicher Becher von dem berühmten Münchner Silberschmied Bartholomäus Maierhofer von 1843, der das Monogramm Prinzessin Marie Luises von Hohenzollern-Sigmaringen trägt. Zum Knabbern gibt´s „Fischli" (wenn schon, denn schon), die in einer handgefertigten, sechseckigen Art Deco Schale aus Wien liegen, deren Außenseite mit einer speziellen Ätztechnik so gestaltet ist, dass sie wie silbriger Sand aussieht. Zum Lesen reicht es nicht mehr, sehr wohl aber zum Klönen und Träumen – das Kerzenlicht des Berliner Handleuchter von 1850, der für draußen einen Glasaufsatz als Windschutz bekommen hat (der beim Kauf auf Wunsch gerne mitgeliefert wird). Während Jack Rassel Barnie sich einen Platz im Strandkorb erobert hat und dabei vielleicht an die tollen Strandspaziergänge mit seinem Freund Holli denkt, schauen wir der Sonne zu, wie sie langsam in einem Meer aus Weizen und Gerste versinkt. Auch schön!Holle-Barnie










 

 

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