Leben mit Silber

Glanzleistung

Glanzleistung - Silber putzen

Zweimal im Jahr wird Silber geputzt. In diesem Falle meine ich unser ganz privates Silber, denn als Silberhändlerin bin ich ja das ganze Jahr mit Silberputzen, mal sehr, mal wenig beschäftigt. Jeder Silberliebhaber, der wie wir „mit Silber lebt", hat meist ein eigenes Rezept, sein persönliches Lieblingsmittel, um seine Silberschätze zu pflegen und Farbe und Glanz zu erhalten. Da ich immer wieder von Kunden – auf der Messe, wie im Internet - nach meiner, quasi  Fachfrau-Methode gefragt werde, möchte ich hier, in unserem Silber - Magazin einmal über meine "Kunst" und Qual des Silberputzens schreiben – ohne Anspruch auf Allgemeingültigkeit oder Vollständigkeit.

Warum läuft Silber überhaupt an?

Es ist die Verbindung von Silber und Schwefel. Infolge des Schwefelwasserstoffes, der spurenweise in der Luft vorkommt, laufen Silbergegenstände unter Bildung von Silbersulfid schwarz an (man spricht von Oxydation). Schwefel befindet sich auch in verschiedensten Lebensmitteln, mit denen Silbergegenstände (Platten, Besteck, etc.) in Berührung kommen - Eier zum Beispiel, aber auch Fisch. Säure in Obst und Getränken, auch Wein kann Flecken verursachen (ein Grund, warum viele Becher und Kannen innen vergoldet sind), Salz gar zur Korrosion führen. Es entstehen braune, schwarze oder grüne Flecken, die sich wohl, aber recht mühevoll entfernen lassen (ein Grund warum Salieren oder Salzstreuen innen vergoldet sind oder einen Glaseinsatz haben).

Mit der Zeit, vor allem wenn ein Silberobjekt unbenutzt offen an der Luft steht – in warmer Heizungsluft schneller als im Sommer – wird es leicht golden (noch kein Grund zur „Panik"), dann bräunlich und schließlich dunkel bis schwarz. Mit den Jahren kann sich Silbersulfid zu einer dicken Kruste entwickeln – ich habe damit öfter als mir lieb ist zu tun. Sie lassen es hoffentlich mit Ihrem Silber nicht so weit kommen. Wer schönes Silber haben möchte, muss putzen.

Zu viel – zu wenig ? Die Sache mit der Patina

Wie viel Patina darf oder muss ein Silberobjekt haben? Nun, bei dieser Frage scheiden sich die Geister und die Experten streiten sich. Zwischen einem, vom Profi hochpolierten Silbergegenstand, der "Dank" moderner Maschinen makellos, wie neu und damit auch etwas seelenlos dasteht und einem vernachlässigten und unansehnlich schmutzigen Teil gibt es viel Zwischenraum. Ein Blick in die Museen mit bedeutenden Silbersammlungen oder Sonderausstellungen zeigen dennoch die Richtung. Bei einem  Besuch im Maximilian Museum in Augsburg zum Beispiel, in dem ganze Schätze  bedeutender Exponate von Augsburger Silberschmiede aus den letzten Jahrhunderten - von Tafelsilber bis Kirchensilber – ausgestellt sind, fällt sofort auf, wie gepflegt, wie sauber und glanzvoll jedes einzelne Teil in seiner Vitrinen steht. Auch bei der Sonderausstellung „ Trinkgefäße" der Oetker Sammlung, die in München und im Grünen Gewölbe in Dresden zu bewundern war und Trinkgefäße der Edelschmiedekunst aus Renaissance und Barock zeigte, war bemerkenswert, wie perfekt und auf Hochglanz die antiken Silberteile geputzt waren – ohne Ihnen den Charme Ihres Alters genommen zu haben – das ist wohl die Kunst.
Silber will geputzt sein, dies ist auch meine persönliche Meinung. Dabei dürfen Gebrauchsgegenstände – die Teekanne, die Sie täglich benutzen, der Flachmann der Sie auf Reisen begleitet – auch Gebrauchsspuren zeigen: Kleine Flecken, Fingerabdrücke, ein beginnender Gold-oder Kupferschimmer etc., kein Grund für ein schlechtes Gewissen,man sollte immer  mehr Freude als Arbeit mit seinem Silber haben! Irgendwann wird es jedoch Zeit, dem Prozess zur Schwärze Einhalt zu gebieten. Sie entscheiden, wann es für Sie und Ihr Silber soweit ist!

Beispiel-Bierkrug

Silberputzmittel

Zum Silberputzen stehen etliche, unterschiedliche Putz- und Hilfsmittel zur Verfügung, die es in Fachgeschäften, Baumärkten oder im Internet zu kaufen gibt. Eines gilt für alle gemeinsam: Es sind Chemikalien, die hier zum Einsatz kommen, die mehr oder minder schädlich für Sie und die  Umwelt sein können. Daher nie ohne Handschuhe arbeiten, Fenster auf und nur so viel Mittel, wie nötig verwenden. Der Handel unterscheidet zwischen Lotionen, Schaum, Pasten, Polierwatten, Tauchbäder und (ungiftig) imprägnierten Baumwollstoffen, die polieren und desoxydierend wirken und als Tücher oder Putzhandschuhe angeboten werden.

Wie und mit was ein Silberteil am besten geputzt wird, kommt bei mir auf 3 Kriterien an:

1. Wie alt ist das Silberobjekt

2. Wie ist die Oberflächen-Beschaffenheit

3. Wie stark ist die Verschmutzung

Polierschaum-sanfte ReinigungPolierschaum/Lotion

Mein Lieblingsmittel, das für mich am besten funktioniert und mit dem ich fast alles putze, ist eine, Schaumlotion (ich verwende Silbo), die mit einem leicht feuchten Schwamm aufgetragen und unter fließendem Wasser abgewaschen wird. Einfach, effizient und hygienisch.
Auch antikes Silber (18. Jahrhundert und früher) und Vergoldungen werden mit ganz wenig Lotion und vorsichtiger Reibung schonend gereinigt, wenn sie sehr verschmutzt sind. Sonst reicht für diese alten Kostbarkeiten ein Poliertuch und ein wenig Pril-Wasser. Für reliefartige Verzierungen, Dekore mit Rillen und Vertiefungen oder Durchbrucharbeiten, wie die hier gezeigte Biskuit-Dose, wird die Lotion mit einer ganz weichen! Zahnbürste aufgetragen und kreisförmig eingerieben. Glattere Gegenstände können mit mehr Druck, mehr Reibung und mehr Lotion auf Hochglanz gebracht werden. Für schwer zugängliche Stellen/Ecken, Innenseiten der Griffe, Ansatzstellen, verwende ich Wattestäbchen, die ich mit der Lotion befeuchte.

 

PolierpastePolierpaste

Es gibt sie von vielen, vor allem englischen Firmen und so mancher Silberliebhaber schwört darauf. Ich dagegen halte so gar nichts davon! Die Paste, die trocken aufgetragen und dann auch trocken herunterpoliert wird, bleibt all zu gerne in den Dekoren als grüne, blaue oder weiße „Restschmiere" zurück, sieht unschön aus und – ich weiß aus leidlicher Erfahrung wovon ich spreche – ist nur mit größtem Aufwand wieder herauszubekommen, wie das Beispiel des Silberdeckel unseres Bierkruges ganz gut dokumentiert. Pasten machen für mich nur Sinn bei glatten, fleckigen oder auch verkratzen Oberflächen (Tablett, Platten etc.) da diese mit ihren feinen Schmirgelpartikeln die Flächen fein abschleifen, ähnlich einer professionellen Poliermaschine, nur eben mit der Hand.Verputze-Marken

Bei dieser Gelegenheit sollte auch erwähnt werden, dass jedes Putzen, mit der Paste oder dem Polierer natürlich mehr, als mit den milden Lotionen oder Tüchern, immer eine ganz minimale Schicht des Silbers wegnimmt. Am eindrucksvollsten sieht man dies bei versilberten Objekten, bei denen nach etlichen Putzvorgängen allmählich das Grundmaterial – Kupfer oder Messing – durchkommt. Bei alten Silbergegenständen macht es sich bei Ziselierungen, Gravierungen und auch bei den Punzierungen bemerkbar, die immer flacher und undeutlicher werden So heißt es denn dann auch im Beschreibungstext bei Auktionen „Marken verputzt" - und damit nicht mehr bestimmbar.

TauchbadTauchbad

Leider muss ich sagen, dass ich das so oft angepriesene Wundermittel – Wasser-Salz-Alufolie – für eine Illusion halte. Bei mir hat das noch nie funktioniert! Mag sein, dass bei minimaler Verschmutzung eine Auffrischung dadurch erfolgt, bei richtig verschmutztem Silber hat es (bei mir) keinen befriedigenden Effekt. Chemische Tauchbäder dagegen sind eine „schnelle Sache" bei neuwertigen Besteckteilen und kleinen Teilen, sowie Silberschmuck. Ich fülle dazu die Flüssigkeit in einen offenen, länglichen Plastikbehälter (Tupperware), so sind auch längere Besteckteile ganz bedeckt und ich kann den Vorgang besser beobachten und prüfen. Für größere Teile können Sie auch ein Schwämmchen in die Lauge tauchen und damit das Teil abreiben (Vorsicht- unbedingt mit Handschuhen arbeiten!) Immer sehr gründlich abspülen. Tauchbäder sind effektiv aber auch meist recht aggressiv. Also bitte keine kostbaren Antiksilber-Objekte eintauchen. Vorsicht auch bei galvanischen Vergoldungen – zu langes Liegenlassen, löst die Vergoldung schlichtweg auf. Absolutes Verbot gilt für Silberkombinationen mit Edelsteinen, Schildpatt oder Perlmutt. Bei dicken, schwarzen Verkrustungen sind Tauchbäder durchaus hilfreich. Dazu müssen die Gegenstände aber sehr viel länger als vorgeschrieben in der Lauge liegen, was die Verkrustungen zwar auflöst, aber auch das Silber zunächst bräunlich, blind und stumpf aussehen lässt. Profis polieren dies mit einer Maschine weg, Sie als Privatperson müssen mit der Hand gründlich nachpolieren, am besten mit Polierwatte.

PolierwattePolierwatte

Man nennt sie auch „Zauberwatte". Die mit einer speziellen Lotion (leicht ölig) getränkte Watte  (ich verwende hier  Metarex) reinigt und poliert Silber, Kupfer, Zinn, Chrom und mehr. Flecken durch Salz oder Säure, hartnäckige Belege und dicke Verkrustungen werden – mit Druck und durchaus mühevoll – wegpoliert. Für schwer zugängliche Ecken, lege ich Wattestäbchen zwischen die Polierwatte, bis sie sich vollgesogen haben und bearbeite so Stellen, die „normal" nicht zugänglich sind. Nicht geeignet ist die Watte für Versilbertes und Vergoldetes. Der Film, den die Watte auf dem Silber hinterlässt, wird mit einem trockenen Lappen nachpoliert – ohne! Rückstände in den Verzierungen. Ich wasche das ölige Metarex unter heißem Wasser mit viel Spülmittel ab und poliere mit einem Baumwolltuch trocken.

 

 

 

 

PoliertuchPoliertuch/Handschuhe

Ein Silberpoliertuch liegt immer griffbereit bei meinen „normalen" Putzlappen. Das chemisch, aber meist ungiftig, imprägnierte Poliertuch, kommt bei mir grundsätzlich immer alsSchlangenhautbecher-Tubingen-detail1 Kopie Abschluss einer Silberreinigung zum Einsatz. Es verleiht zusätzlich Glanz und schützt eine Weile vor neuer Oxydation. Ein Poliertuch oder auch ein Polierhandschuh sind aber auch die erste Wahl bei sehr empfindlichen oder sehr alten Objekten, zum Beispiel ein Vermeil-Schlangenhautbecher aus dem 17. Jahrhundert. Ich nehme es bei mir zu Hause auch anstelle eines Staubtuches und verhindere so während des normalen Hausputzes, dass sich für lange Zeit ein aufwändigeres Silberputzen von Schalen, Dosen, Bilderrahmen und Lampenfüßen erübrigt. Übrigens, auch ein haushaltsübliches Mikrofasertuch hat nahezu den gleichen Erfolg.

Nachtrag vom März 2016

Nano-Blitz - neu und von mir getestet!

Wenn ich gefragt werde, nenne ich schon meine persönlichen Lieblings-Putzmittel, noch nie jedoch habe ich offiziell ein Mittel empfohlen. Hier mache ich einmal eine Ausnahme.

Durch einen Kunden aufmerksam gemacht, habe ich vor einem halben Jahr das „Wundermittel" Nano Blitz bestellt, inzwischen ausgiebig getestet und als "sehr empfehlenswert" eingestuft. Nano Blitz arbeitet auf der Basis der neu entwickelten, modernen Nanotechnik, die inzwischen sehr erfolgreich in vielen Bereichen zum Einsatz kommt: Autoindustrie, Kosmetik, Lebensmittel- und Pharmaindustrie und natürlich Putzmittel. Vom altgriechischen Wort nános - Zwerg abgeleitet, sind Nanoteilchen winzige Moleküle, die beim Reinigen einen sogenannten Lotusblumen-Effekt erzielen, Wasser und Schmutz bleiben kaum haften und perlen einfach ab. Eigentlich für Lacke und Kunststoffe für Autos und Boote gedacht (die Lacke der neuen Autot sind alle mit dieser Technik ausgerüstet), ist Nano-Blitz auch ein perfektes Silber-Putzmittel. Es reinigt, poliert (ohne Schleifpartikel) konserviert und versiegelt mit einem Anlaufschutz, der bis zu 12 Monate hält.Anders als bei Polierpasten setzt sich die  feine Milch nicht in Ziselierungen und Vertiefungen fest und kann so für alle Objekte verwendet werden. Ideal ist es für alle glatten Teile - Tabletts, Schalen, aber auch Leuchter etc. Nano-Blitz ist ein deutsches Produkt und mit einer Umwelt Bundesamt Prüfnummer zugelassen.

Der Vollständigkeit halber möchte ich trotzdem erwähnen, dass die Nanotechnologie im allgemeinen nicht ganz unumstritten ist, obwohl sie, wie schon erwähnt inzwischen in vielen Bereichen, auch in der Lebensmittel- und Kosmetikindustrie, zugelassen ist und eingesetzt wird. Es geht um mögliche Gefährdungen für die Umwelt, die eventuell durch die extreme Micro-Größe dieser Teilchen verursacht werden könnten. Bewiesen ist das nicht, aber auch nicht das Gegenteil. Eine mögliche Gefährdung für die Gesundheit, zum Beispiel durch das Einatmen der Nanoteilchen besteht nicht, da diese in der Creme gebunden sind. Zudem, darf man nicht vergessen, dass auch alle anderen chemischen Silberputzmittel, allen voran das Tauchbad, Gesundheit und Umwelt belasten. So verwende ich lieber Nano-Blitz (das äußerst sparsam in der Anwendung ist) einmal im Jahr, als andere chemisches Mittel alle 2 Monate.
500 ml Nano-Blitz können Sie für 17.90 plus Versand über das Sondheim Management bestellen: www.nano-blitz.de, email: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!


Fragen und Antworten


Immer wieder werde ich auf der Messe und im Internet in Sachen rund um die Silber-Pflege um Rat gefragt.  Hier eine kleine Auswahl, die vielleicht auch die eine oder andere Frage von Ihnen beantwortet.

Frage: Kann mein altes Silberbesteck in die Spülmaschine?

Silbersuite: Das kommt darauf an: Wenn die Klingen der Messer alt sind und noch in alter Manier eingekittet sind, löst die Hitze in der Maschine Besteckkasten-Augsburg-18.-Jahr.-30-Teile--Kopieden Kitt auf und die Klingen lösen sich. Bei den neuen Bestecken sind die Messerklingen spülmaschinenfest eingelötet. Auch viele Messer von alten Bestecken werden inzwischen mit neuen Klingen versehen, die dann nach moderner Art spülmaschinenfest eingearbeitet werden. Achten Sie darauf, dass das Besteck nicht mit Edelstahlteilen in Berührung kommt, sonst wird das weichere Silber leicht verkratzt. Oft hat das Silber nach dem Trockenvorgang  Wasserflecken, die Sie mit einen Silberpoliertuch oder auch einem Haushalt – Mikrofasertuch entfernen sollten. Ich gestehe, nach einem „Großen Essen" mit dementsprechend viel Besteck, stecke auch ich manchmal bequemerweise das Silberbesteck in die Spülmaschine. Ich persönlich aber habe den Eindruck, dass der Silberglanz in der Maschine "leidet", stumpf wird und die Farbe gelblich, daher wasche ich mein eigenes, altes Besteck dann doch meist mit der Hand ab.


Frage: Die Stahlklingen meines alten Besteckes rosten, wenn ich es lange Zeit nicht benutze. Was kann ich tun?

Silbersuite: Sie können, wie es früher auch gemacht wurde, die alten Stahlklingen mit Melkfett einreiben oder mit einem modernen, geruchs-und geschmacksneutralen Silikon-Öl. Beides hat den gleichen Erfolg.

Frage: Wir sind oft auf längeren Reisen, dann verstaue ich das Silber/Besteck in Anlauftüchern im Schrank und ärgere mich, dass es dann doch oft fleckig oder angelaufen ist. Wissen Sie Rat?

Silbersuite: Ich kenne das Problem aus eigener Erfahrung. Trotz Anlauftüchern hat man angelaufenes Silber. Oft liegt es an Fingerabdrücken auf dem Silber, die Hautfett und schwefelhaltige Cremes enthalten – das Silber verfärbt sich. Vor dem Wegpacken für längere Zeit, das Silber mit Spülmittel abwaschen (entfernt das Fett) und luftdicht in saubere Plastiktüten verpacken. Wir selbst lagern unsere Silberware in Luftpolsterfolien.

Frage: Wie entferne ich die leidlichen Wachsreste auf meinen Kerzenleuchtern, ohne das Silber zu zerkratzen.

Silbersuite: Mit Hitze oder Kälte. Auf keinen Fall sollten Sie, wie ich leider so oft zu sehen bekomme, gewaltsam mit einem spitzen Gegenstand die Reste von und aus den Leuchtern puhlen. Tief zerkratze Tüllen und Schlimmeres sind die Folgen. Ungefüllte!! Leuchter legen Sie mit der Tülle nach unten auf ein paar Lagen Küchenpapier bei ca. 80 Grad in den Backofen. Das Wachs schmilzt und läuft auf das Papier. Je nach Dicke der Wachsschicht dauert dies zwischen 10 und 15 Minuten. Danach waschen sie mit warmem Pril-Wasser den verbleibenen Fettfilm ab. Es geht auch genau umgekehrt mit Kälte. Legen Sie dazu den Leuchter für 15 Minuten in die Tiefkühltruhe. Das Wachs wird steinhart und platzt daher mit leichtem Fingerdruck vom Silber ab. Auch hier sollten Sie den Leuchter mit warmem Pril-Wasser abspühlen und mit einem Tuch nachpolieren.

Frage: Ich habe bei Ihnen eine wunderschöne Teekanne auf der Messe gekauft, die innen genau so sauber war, wie außen. Außen noch recht sauber, ist sie innen ganz dunkel geworden. Wie bekomme ich das weg?

Silbersuite: Im Inneren der Teekanne setzt sich Teestein ab, der mit der Zeit immer dicker und dunkler wird. Das ist ganz normal und gehört sogarTeekanne-London-detail1a Kopie in eine Teekanne. Kein Engländer würde je seinen Teestein aus der Kanne entfernen, aber das ist eine Glaubensfrage. Der Teestein fungiert hier, ähnlich wie bei einer Vergoldung zur Neutralisierung des Geschmackes. Empfindliche Gaumen schmecken einen leichten Metallgeschmack im Tee, wenn er aus einer Silberkanne kommt. Der Teestein legt sich auf das Silber und versiegelt es quasi. Wenn wir eine alte Silberkanne verkauften, wird sie selbstverständlich auch innen gereinigt- jeder soll das Recht auf seinen eigenen Teestein haben. Wenn es sie dennoch stört, können Sie die Kanne innen genauso putzen, wie außen. Bei hartnäckigen Belegen empfiehlt sich, die Kanne mit der Flüssigkeit eines Tauchbades zu füllen, bis das Schwarz sich auflöst. Danach mit Polierschaum nachputzen und gut auswaschen. Für eine zusätzliche hygienische Sicherheit, nehme ich zwei/drei Tabs Gebissreiniger, die in der Kanne aufgelöst werden und ruhig ein paar Stunden „ihr Werk" tun dürfen.

Frage: Ich habe gehört, man kann sich das Silber putzen sparen, wenn man das Silber versiegeln lässt?

Silbersuite: Ja, das ist richtig. Die Industrie bietet hochentwickelte Hartlackierungen an, bei der ein besonderer Lack auf das Silber mit Hitze eingebrannt wird und dieses damit luftdicht versiegelt. Man spricht hier von Vernieren oder, besser bekannt, von Zaponieren. Dies eignet sich meiner Meinung nach allerdings nur für große Zierobjekte und Vitrinenobjekte, da der Lack bei Gegenständen, die benutzt werden, mit der Zeit anfängt sich abzulösen – was dann schlimmer aussieht als ungeputztes Silber. Dieser teilweise abgeblätterte Lack ist nur sehr mühevoll und am besten vom Fachmann wieder zu entfernen. Für Deckenleuchter, große Kandelaber etc. kann er aber durchaus sinnvoll sein. Ich für meinen Teil würde altes Silber nicht zaponieren, da es für mich immer ein wenig künstlich und steril aussieht. Das ist aber eine persönliche Geschmacksfrage.

Haben Sie einen Tipp oder eine besonderen Trick rund ums „Silber putzen"? Schreiben Sie uns, wir freuen uns auf Ihre Erfahrungen und Ratschläge.

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