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Overlay - Silberbelag auf Glas und Porzellan

Silber-Overlay bedeutet „Feinsilberbelag" und ist die elektroplattierte Beschichtung aus Silber auf einer nicht leitenden Oberfläche, vornehmlich Porzellan/Keramik oder Glas. Mit dieser Technik wird Silber in spürbarer Dicke dauerhaft mit dem Glas oder dem Porzellan verbunden. Einer der Besonderheiten ist der hohe Reinheitsgehalt des verwendeten Silbers, der entweder 999 für Feinsilber oder 925 für Sterlingsilber beträgt. Dem entsprechend sind die meisten Overlay-Objekte mit 1000 oder 1000/1000 und 925 oder Sterling (USA) gestempelt. Die Reinheit, sowie die Dicke des Silberbelages macht die Wertigkeit und Schönheit dieser Objekte aus und unterscheidet sich eindeutig von den ebenfalls oft als Silber-Overlay bezeichneten Gläsern (zum Beispiel böhmisches und venezianisches Glas) und Prozellan, bei denen das Silber flach und hauchdünn, wie gemalt aufgebracht ist.


Wissen-Overlay


Als Erfinder des Silber-Overlays gilt Friedrich Deusch, 1855 in Pforzheim geboren. Schon im Jahr 1895 begann er in Berlin mit dieser Methode der elektroplattierten Silberbeschichtung zu experimentieren. 1912 gründete Deusch in einem der großen Silberzentren Deutschlands, in Schwäbisch Gmünd seine Firma Deutsch & Co. Der Erfolg mit seinen Silber überzogenen Porzellan-Servicen, Tellern, Vasen und Gläser ließ nicht lange auf sich warten und wurde 1913 auf der Weltausstellung im belgischen Gent mit einer Goldmedaille gekrönt. Durch Deusch wurde die „Silberstadt" Schwäbisch Gmünd auch zum Zentrum der deutschen Overlay-Produktion. So übernahmen bereits renommierte Firmen, wie die Gebrüder Dehle neben ihren Silberwaren (gegr. 1820) auch die Technik des Silber-Overlay. Weitere Firmen wurden gegründet.

Hervorzuheben ist hier vor allem Friedrich Wilhelm Spahr, der höchstwahrscheinlich bei Friedrich Deusch gelernt hatte und 1937 seine eigene Manufaktur „Spahr & Co./Silberbelegwaren-Fabrik" ebenfalls in Schwäbisch Gmünd gründete. Sowohl Handwerker, als auch Künstler gestaltete Spahr die Rohware bekannter Markenporzellane (Rosenthal, Hutschenreuther, Bavaria  etc.) nicht nur mit Oberflächendekoration aus Silber, sondern veredelte das Porzellan auch mit eigenen Farbglasuren, Email und Bemalungen, das dann unter eigenem Namen auf den Markt kam. So beschäftigte er rund 40 Mitarbeiter aus den verschiedensten Fachrichtungen- Galvaniseure, Graveure, Email- und Porzellanmaler.

Wissen-Vase-Marke
Die Arbeiten von Spahr zeigen eine ihm ganz eigene Formensprache im Art Déco Stil - eine perfekte Gliederung mit komplett umlaufenden und sich wiederholenden Motiven. Diese waren modern abstrakt oder als stilisierte Naturelemente gestaltet. Eine Besonderheit Spahrs war außerdem die feinste Gravierung der Silberauflagen.

Für seine herausragende Qualität bekannt, ließen auch Firmen wie WMF oder der berühmte Münchner Glaskünstler Jean Beck ihre Arbeiten bei Spahr nach seinen Entwürfen mit der Technik des Overlays „versilbern".

Die eigenen Objekte der Firma Spahr & Co. wurden mit dessen Meisterpunze versehen. Die frühen Arbeiten tragen den Stempel „Spahr 1000 10", später nur „Spahr 1000". Daneben gab es für Services auch Klebeetiketten mit der Aufschrift „Spahr Feinsilberauflage 1000/1000". Nicht viele der frühen Arbeiten sind heute noch auf dem Markt, da die Firma Spahr und Co. 1940 vorerst geschlossen wurde und Wilhelm Friedrich Spahr im 2. Weltkrieg verschollen,1953 (mit Datierung vom 31.3.1945) für tot erklärt wurde. Seine Witwe führte die Manufaktur von Kriegsende bis 1959 fort und verkaufte dann an die Firma an die Gebrüder Deyhle.

 Die vielen verschiedenen Arbeitsgänge machten die Herstellung von Overlay-Objekten extrem aufwändig und damit auch sehr teuer. Somit waren esOverlay-Porcellan immer exklusive Einzelstücke und Miniserien, Luxuswaren, die vornehmlich in Silber- und Juweliergeschäften verkauft wurden.

 

Wissen-Untersetzer-Dose-Marke
Parallel zur Entwicklung des deutschen „Feinsilberbelages" wurde in den USA die Silber-Overlay Produktion etabliert und begeistert aufgenommen. Auch hier finden wir kunstvoll mit Silber überzogene Tee- und Kaffeeservice, aber auch viele Glaswaren, Karaffen, Untersetzer, Dosen, Flakons et. mit aufwändigsten Overlay-Verzierungen, die bis zum heutigen Tag hohe Preise erzielen.

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