Leben mit Silber

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TEA TIME - deutsche Gäste, englisches Silber


Dieses Jahr hatten wir wieder einmal das Vergnügen einer Reise nach Südengland. Wir folgten der Einladung Sarahs einer ehemaligen Händler-Kollegin und jetzt guten Freundin nach Liskeard, in West-Cornwall. Dort lebt sie in einem Bilderbuch-Cottage mit großem Garten und Seerosenteich.
Auf dem Weg dorthin stöbern wir hier und dort in kleinen Antiquitätengeschäften, schauen bei einer Silberauktion vorbei und besuchen auf Empfehlung ehemalige Kunden und Freunde von Sarah, allesamt Silberliebhaber-und Sammler, die uns das eine oder andere schöne Silberstück anbieten. Als wir nach zwei Tagen das Haus von Sarah erreichen ist es Nachmittag und sie erwartet uns zumdetail-Platte Tee. Den Tisch hat sie an diesem warmen Spätsommertag am Teich gedeckt. Gibt es etwas englischeres, als die Tea Time! Das Geschirr von Spode, Kannen, Schalen und Platten aus Silber, die Scones, sowie Clotted Cream und Marmelade selbst gemacht und natürlich die obligatorischen Sandwiches, die Sarah auch mal aus Vollkorntoast fertigt und recht unenglisch mit! Rinde serviert. So sitzen wir an diesem romantischen Platz und sprechen, belebt durch Tee und Essen, über alte Zeiten und auch bald über unser aller Lieblingsthema das Silber. Sarah hat schon vor Jahren, Geschäft und Messetätigkeit aufgegeben, die meiste Ware verkauft. Von einigen Lieblingsstücken Ihres Silbers aber konnte oder wollte sie sich nicht trennen, obwohl jetzt nach dem Tod Ihres Mannes und dem Umzug von Kindern und Enkelkindern nach London, diese nur noch selten zum Einsatz kommen. Wir erzählen von den zunehmend unbefriedigenden Ergebnissen der Antiquitätenmessen, aber der Freude über den großen Erfolg unserer Website. Antiquitäten und Internet - das kann sie nun überhaupt nicht verstehen. Geht denn das zusammen, ist das nicht alles sehr unpersönlich, wo bleibt die Beratung, der menschliche Kontakt zum Kunden und was ist mit dem Risiko, sowohl für uns, als auch den Kunden? Also zeige ich ihr in meinem Notebook die Silbersuite und erzähle: Von dem Bemühen um die beste Darstellung, der genauen Recherche der Silbermarken und die korrekte Beschreibung der Objekte, der Garantie, die wir für den einwandfreien  Zustand des immer perfekt geputzten Silbers übernehmen, den Expertisen, die wir auf Wunsch auch für einen Tauf- oder Eierbecher erstellen, der Möglichkeit des Kunden zur unverbindlichen Ansicht und kostenfreien Zusendung auf Rechnung, unser Vertrauen in die Kunden, die in den fast fünf Jahren, die wir im Internet vertreten sind, noch nie enttäuscht wurde und deren Vertrauen in uns. Von Stammkunden und neuen Kunden in ganz Deutschland und Europa, ja sogar in Japan, Dubai und den USA und vor allem wie ganz und gar nicht detail-Teekanneanonym, sondern sehr persönlich der Kontakt mit den Kunden ist, von ganz entzückenden Dankesschreiben und den zugesandten Fotos der erworbenen Objekten in ihrer neuen Umgebung. Sarah entdeckt auf meinem Notebook das Magazin und ist erstaunt. Ja, erkläre ich, es ist viel Arbeit, macht aber auch sehr viel Spaß und bringt so machen Neukunden, der eigentlich nur mal etwas über „Silber putzen" oder eine Silberpunze googeln wollte, so in der Silbersuite landet und dann ein schönes Silberstück für sich entdeckte. Während wir so reden und ich auf diesen wunderbaren, englischen Teetisch schaue, kommt mir die Idee für ein neues Magazinbild "Leben mit Silber". Wie wäre es mit genau so einer "Tea Time", wie wir sie jetzt erleben. Ein paar interessante Silberstücke haben wir bereits im Kofferraum unseres Wagens und wollte sich Sarah nicht doch endlich von einigem Silber trennen. Wir reden, planen und verhandeln freundschaftlich und dann ist es beschlossen. Am nächsten Morgen stehe ich in der Küche und putze Silber, während Sarah neue Scones backt und Sandwiches zubereitet, damit wir alles so wie am Vortag, gleiche Stunde, gleicher Ort, zu einem Foto (meine Kamera habe ich immer dabei) aufbauen können, nur diesmal ist das Silber Eigentum der Silbersuite.
Die ausgefallene Teekanne aus London 1817, stammt aus einem Herrenhaus aus der Grafschaft Devon, dessen Besitzer ein leidenschaftlicherDetail-Gitterkorb Teekannen-Sammler war. Wir haben sie auf einen kleinen Londoner George II Salver als Untersetzter gestellt, weil er das gleiche Muschel-Dekor hat. Aus dem gleichen Haus kommt die seltene Zuckerdose aus London von 1704, der Regierungszeit von Queen Anne. Aus dem Besitz Sarahs und von ihr als alleinstehende Landlady kaum benutzt, ist der prächtige und so von uns noch nie gesehene Satz von vier ineinanderpassenden Platten oder Tabletts. Sie sehen, die Größte aus dem Viererset als Platte für die Sandwiches, auf Nummer 3 stehen Marmelade und Lemon Curd, auf der kleinsten Platte liegen die Butterkekse, die von mir geliebten Shortbread und die Zweitgrößte dient als Tablett für die Portweingläser. Das Set wurde 1902 in Sheffield hergestellt, ist massiv und qualitätsvoll gearbeitet, mit graviertem Blumenmuster auf den Spiegeln und einem aufwändigen Muscheldekor als Randverzierung. Ebenfalls in Sheffield wurde die vielseitige einsetzbare Henkelschale mit dekorativem Gitterrand gearbeitet. Bei unserer Tea Time dient sie als Korb für  Sarahs leckere Scones. Im Gegensatz zu den Platten, deren Meisterzeichen wir nicht auflösen konnten, ist eindeutig, dass diese Schale aus der berühmten Silbermanufaktur Dixon & Son stammt. Auch Heath & Middleton war eine renommierte Silbermanufaktur, detail-weinuntersetzeransässig in Birmingham. Der Untersetzter, der auf dem Teetisch als Schale für die Clotted Cream verwendet wird, ist eigentlich ein Wine Coaster, wie es das Bild mit der Portweinkaraffe richtig zeigt. Er trägt den Jahresbuchstaben für 1907. Übrigens ist mir hier ein Fehler unterlaufen, über den Sarah lachte und der jedem Engländer zeigt, hier war ein Ausländer am Werk. Die Clotted Cream kommt  auf die Marmelade und nicht, wie hier zusehen, darunter! „I beg your pardon". Kein Silber, aber sehr typisch für ein englisches Frühstück oder den „Afternoon Tea" sind die Messer mit den Elfenbeingriffen, die sich jederzeit auch mit Silberbesteck kombinieren lassen. Die runden, nicht besonders scharfen Klingen eignen sich für  Desserts, Kuchen, Brötchen, Butter und Aufstriche. Sie wurden um 1890 von der Firma Elkington & Co. hergestellt, die nicht nur eine bedeutende britische Silberschmiede und königlicher Hoflieferant war. Ihre Gründer Georg Richards Elkington und Henry Elkington waren auch die Erfinder der galvanischen Versilberung. Englisches Silber wird in England geliebt und in der ganzen Welt geschätzt. Dies mag einerseits an der Qualität mit dem entsprechend hohen Silber-Mindestfeingehalt von 925/1000, dem sogenannten Sterlingsilber liegen (es gibt daneben auch den Feingehalt von 958/1000, den Britanniastandard), zum anderen aber sicher an der Schönheit, Vielfältigkeit und Originalität der englischen Silberobjekte. Neben großen und großartigen Objekten sind es auch ganz alltägliche Gebrauchsgegenstände, die hier kunstvoll aus kostbarem Silber gefertigt wurden: Muskatreiben, Zitronensiebe, Marklöffel , Weintrichter, Thermometerbehälter, Rasierschalen - um nur weniges zu nennen. In unserem Warenangebot „neu eingestellt" finden Sie diesmal (mit drei Augsburger-Ausnahmen) englisches – sorry, ich muss britisches Silber sagen, denn auch zwei "Schotten" sind dabei - aus drei Jahrhunderten, von 1704 bis 1936. Wir waren auch diesmal wieder begeistert von (Süd-)England, der Landschaft, den Menschen, der Lebensart und natürlich auch dem Silber. Wir hoffen, wir können auch Sie dafür begeistern.

 

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