Leben mit Silber

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Große Tafel - Silber für Genießer

Große Tafel – das kann, muss aber nicht viele Gäste bedeuten. Große Tafel, das ist für uns ein kreativ zusammengestelltes und liebevoll gekochtes Menue, serviert auf einem prächtig gedeckten Tisch mit Allem, was das Haus zu bieten hat - inklusive des schönsten Silbers. Dabei spielt es keine Rolle ob Sie zu Zweit, zu Sechst oder 12 Personen sind. Wichtig ist die Freude am Zelebrieren, der Spaß am Kochen und die Liebe zum Detail. Gerade jetzt im Spätherbst und Winter gibt es viele Gelegenheiten mal wieder groß zu tafeln, so ganz im Stil des ausgehenden 19. Jahrhunderts. Wir haben zum 1. Advent eingeladen und das steht auf dem Menueplan:

Menue-Plan

Das große Bild zeigt den Tisch vor dem 2. Gang, der Suppe. ( Austerngabeln aus Paris um 1860 für den 1. Gang finden Sie in „Neu eingestellt".) In der Mitte steht die großeLoeffel3 Deckelterrine aus dem Atelier Bruckmann des Jahres 1910, wohl eine Einzelanfertigung, mit der herrlich duftenden Kartoffelcremesuppe, davor der Teller aus fürstlichem Adelsbesitzt, Wien 1840, mit den frischen Trüffeln. Wie gerne hätten wir Ihnen auch eine – meist aus England stammend - silberne Trüffelreibe präsentiert. Nur, die Engländer zahlen für die raren Exemplare auf Auktionen so unvernünftig hohe Preise, das wir bis dato darauf verzichtet haben. Nun, so muss hier eine neue aus Stahl den Dienst übernehmen. Da auf unserem Menue, Fisch als Hauptgang vorgesehen ist, liegt das Fischbesteck, ebenfalls aus Wien, hier um 1890 und ebenfalls mit Adelsmonogramm als erstes neben dem Teller. Daneben das aus dem gleichen Hause stammende Menübesteck für den 3. Gang. Für die Suppe haben wir für jeden unterschiedliche, ausgefallene Löffel aus dem 18. Jahrhundert gedeckt, ungewöhnlich -vielleicht, sehr dekorativ – ganz bestimmt! Alle, die uns und "Leben mit Silber" schon länger kennen, wissen, dass wir Brotkorb-Streuer2Liebhaber von unkonventionellen „Silber-Mischungen" sind. Wer sich über die Geschenkschleife auf dem Detailfoto wundert – die geht auf eine – leider fast völlig vergessene - Tradition zurück, dem Gastgeschenk. Wir meinen hier nicht den Blumenstrauß f ü r die Gastgeberin, sondern das Geschenk der Gastgeber a n die Gäste zur Erinnerung an einen besonderen Abend. Ein Kunde der älteren Generation, der diesen Brauch noch pflegt, betitelte einmal diesen so trefflich als Tellerrandgeschenke.  Groß sind die Überraschung und die Freude, wenn der geschätzte Gast oder liebe Freund „seinen Löffel" mit nach Hause nehmen darf. (Weihnachten!). Salz und Pfeffer in schönen Silbergefäßen gehören ebenso auf die „große Tafel", wie ein Silberkorb mit verschiedenen Brotsorten. Auf unserem Tisch steht ein seltener und früher Vierersatz englischer „Pepperettes" und „Salt Cellars". Streuer und Salieren wurden vom gleichen Londoner Meister 1796 und 1800 gefertigt. Während man schon im 18. Jahrhundert den im Mörser fein zerstoßenen Pfeffer in Streuer füllte, wurde das Salz in Schalen dargeboten, die entweder Glaseinsätze hatten oder stark vergoldet waren. Beides schützt das Silber gleich gut vor der Korrosion durch das Salz. DurchKeulenhalter feines, streufähiges Industriesalz in Vergessenheit geraten, erleben Dank handgeschöpfter Salze a la Fleur de Sel, Salieren heute eine Renaissance. Diese Salze schmecken nicht nur besser , sondern sehen auch in ihren exotischen Varianten – schwarzes Hawai-Salz, rosé Murray River Salt, mit Rosen und Chili gemischtes Flor de Sal aus Mallorca, etc.- in offenen Salzschalen besonders hübsch aus. Der große Brotkorb wurde einem echtem Korb nachempfunden, aus dicken Silberbändern geflochten und mit Weinlaub verzierten „Silberästen" eingefasst. Diese außergewöhnliche und sehr aufwändige Arbeit stammt aus der renommierten Münchner Silbermanufaktur Eduard Wollenweber um 1900. Eigentlich sollten die Gerichte perfekt abgeschmeckt sein, dennoch ein paar Tropfen Trüffel-Öl für die Suppe oder Feigen-Balsamiko für den Käse direkt am Tisch, sind erlaubt. Dafür kommen die englischen Gewürzflaschen, die heute ganz vornehm auf Silberuntersetzern stehen, zum Einsatz. Wir servieren den 3. Gang – gebratene Wachteln auf Feldsalat. Was vor 100 Jahren ganz selbstverständlich zur Tafelkultur zählte (dazu gehören auch die durchaus praktischen Messerbänke), gilt heute oft als antiquiert. Weinkuhler-KanneZugegeben, man kann und darf ein Wachtelbein mit den Fingern essen, aber altmodisch hin oder her, so ein kleiner individueller Keulenhalter ist schon ein seltenes und ganz besonderes Besteckteil und sorgt an unserer Tafel heute für Staunen, Amüsement und Gesprächsstoff. Der Hauptgang – Heilbutt in Champagner – wird in einem französischen Schmortopf zubereitet und auf zwei Wiener Silberplatten aus ehemals fürstlichem Besitz, serviert. Die schönen, ganz schlicht handgeschmiedeten Platten wurden von dem bekannten Wiener Silberschmied Matthias Wessely 1804 gefertigt, Sie finden sie in „neu eingestellt" im Warenanagebot. Für die Austern und den Hauptgang haben wir Champagner als Begleitung, für die Suppe und den Salat einen leichten Roséwein. Beides steht gut gekühlt im Champagnerkühler von 1910, der sich im Idealfall auf einem extra Tisch zur rechten Seite des Hausherrn befindet. Hier hat auch noch die Flasche Wasser Platz, wenn sie kalt sein soll, ansonsten wird das Wasser aus einem Krug oder einer Kanne, wie zum Beispiel der Londoner Art & Craft Wein/Wasserkanne von 1887, eingegossen. Zum Käse darf es gerne ein Portwein sein, zum Dessert und Kaffee ein Likör. Die Kristallkaraffe mit der Silbermontierung stammt aus Dresden der 20er- Jahre, die Likörgläser aus dem Maison Emile Puiforcat, Paris um 1890. Wir besitzen eine Nespresso-Maschine, mit Gästen aber wird, ganz altmodisch und ganz köstlich, der Mokka noch handgebrüht und in der Silberkanne serviert. Schon vorbereitet, warten auf dem Galerietablett die dänische Kanne von 1789 und die Zuckerdose von 1830, beide aus Kopenhagen zusammen mit den Mokkatassen auf ihren Einsatz. Das große und schwere Tablett, um 1910 als Einzelanfertigung für einen Bremer Industriellen in Sterlingsilber gearbeitet, stammt aus einer Zeit, in der noch der Butler den Tee servierte oder das Frühstück brachte. Mit über 3,5 Kilo Gewicht und einer Länge von 60 cm, ist es im wahrsten Sinne des Wortes schwer zu tragen und sollte eher einen festen Platz auf einem Sideboard oder einer Anrichte finden. Hier zeigt es sich als ein Prachtstück und besonderer Hingucker!

Tablett

Noch ein paar Tipps , die unserer Meinung nach zu einem gelungen Dinner beitragen. Beispiel Licht: Es sollte gedämpft und gemütlich sein, aber nicht zu dunkel, die Gäste sollten Nachtisch2sehen, was auf dem Teller liegt. Hier bietet das Lampenpaar auf der Anrichte das perfekte Lichtambiente. Für diese exklusiven Lampen wurden ein Paar Empireleuchter, die um 1810 von der Firma Bruckmann gefertigt wurden, umgearbeitet. Mit einem lackierten Holzfuss für die Kabellführung und  maßgefertigten Schirmen, die auf der Innenseite mit Silberfolie aufgekleidet sindLampe , was den kostbaren Lampenfuß hervorhebend beleuchtet. Kerzen auf dem Tisch sind ein Muss, genauso wie der Blumenschmuck. Die Kerzenleuchter, hier sind es ein Paar Biedermeierleuchter aus Wien 1826 von dem berühmten Silberschmied Christian Sander, sollten so platziert sein, dass sie den Blickkontakt der Gäste nicht behindern. Dies gilt im besonderen Maße auch für das Blumenarrangement, das in niedrigen, eher kleinen Gefäßen nicht zu viel vom Platz auf der Tafel in Anspruch nehmen.

Wenn auch Sie jetzt Lust bekommen haben, mal wieder eine große Tafel zu decken und ein festliches Menue zu zelebrieren - wir wünschen viel Vergnügen und „Bon Appétit".



 

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