Wissenswertes über

 

Schildpatt

Schildpatt-Beispiele

Ziemlich beste Freunde - Silber und Schildpatt


Dunkel-gold und rot-braun geflammtes Schildpatt und hell glänzendes Silber – eine Kombination, die seit Jahrhunderten begeistert und die bis heute nichts von ihrer Anziehungskraft verloren hat. Objekte aus echtem Schildpatt & Silber waren immer ein Luxus, da zu allen Zeiten kostbar und teuer, sind sie heute zudem recht selten geworden, da sie einer vergangenen Ära angehören und – aus guten Gründen – nicht mehr hergestellt werden.

 

Die Geschichte:

Schildpatt, das Wort stammt aus dem norddeutschen/niederländischen Wort für Schildkröte „Schildpadde" ab, gehört zu den ältesten Materialien, die von Menschen für Gebrauchs- wie Luxusgegenstände verwendet wurden. Die frühen Ureinwohnern der ozeanischen Inselwelten die Heimat der Wasserschildkröten, fertigten daraus ebenso Schmuck und Kultgegenstände, wie die Kunsthandwerker in den Hochkulturen der Ägypter und Römer. Im 16. und 17. Jahrhundert wurde durch die Entdeckung fremder Kontinente und dem daraus resultierenden Handel mit exotischen Gütern auch das LuxusmaterialKabinett-Residenz Schildpatt in Europa bekannt und sehr begehrt. Hier begann auch seine „Partnerschaft" mit Silber und anderen kostbaren Materialien, wie Gold, Edelsteinen und Perlmutt. Kostbarkeiten dieser Art fand man im 16. bis 18. Jahrhundert vor allem in den Kunst- und Wunderkammern des europäischen Hochadels - heute noch zu bestaunen, zum Beispiel im Grünen Gewölbe in Dresden oder in der Residenz München. (Hier sei besonders der Prunkschreibtisch in Boulle-Technik – nach den weltberühmten Vorbildern des Hofebenisten Ludwig XIV., André Charles Boulle, 1642 bis 1732 - aus Antwerpen um 1700 und der Augsburger Kabinettschrank von 1680(85 erwähnt). Neben diesen „Kunstwundern" wurden aber auch schon damals luxuriöse Gebrauchsgegenstände in Schildpatt mit Silber gefertigt: Kämme, Haarspangen, Dosen, Schalen, etc. Ende 19. Anfang 20. Jahrhundert waren es die Engländer, die ein ganz besonderes Faible für die Kombination Silber und Schildpatt entwickelten. So wundert es nicht, dass berühmte Silberschmiede und renommierte Silbermanufakturen viele schöne und ausgefallene Gegenstände, besonders für den Toilettentisch und den Schreibtisch, mit dem nach wie vor sehr kostbaren Material herstellten. Aus dieser Zeit sind unsere gezeigten Objekte, die aus einer Londoner Schildpatt-Sammlung stammen.

Das Material:

Schildpatt für Kunstobjekte stammt von der verhornten Oberhaut des Rückenschildes von zwei Arten von Wasserschildkröten: Die echte Karettschildkröte und die Schildpatt-Tablett-detail2a Kopieunechte Karettschildkröte. Die Zeichnung und damit die Qualität des Schildpatts hängen auch von der geografischen Herkunft der Tiere ab, die alle in tropischen oder subtropischen Gewässern zu finden sind. Hellgelbes Schildpatt mit einer braunen bis schwarzen Färbung kommt vorwiegend aus Ostindien, helles rotbraunes Schildpatt mit einer dunkel rotbraunen Zeichnung gehört zur ägyptischen Schildkröte. Selten und damit extrem kostbar sind einfarbige, ganz helle Platten - die man  blondes Schildpatt nennt. Echte und unechte Karettschildkröten haben klar durchscheinende Hornplatten die bunt (gelb, rot braun, schwarz) geflammt oder gewölkt sind. Von einer 75 Kilo schweren Karettschildkröte bleibt eine brauchbare Schildpattausbeute von ca. 2,5 Kilo!

Die Ersatzstoffe:

Zu allen Zeiten galt Schildpatt als ganz besonderer Rohstoff, der sehr teuer und schwer zu beschaffen war. Kein Wunder, dass er so bald er in Europa in Mode kam, imitiert und gefälscht wurde. Da Schildpatt im Aufbau dem Horn ähnlich ist, wurde dieses, speziell vom Büffel, im 17. und 18. Jahrhundert als Imitat verwendet. 1869 wurde das Zelluloid entdeckt, das mit seinem Grundstoff Zellulose als Ersatzmaterial für Schildpatt – übrigens auch Elfenbein- verwendet wurde. Heute ist das „Schildpatt" ein moderner Kunststoff.

Die Verarbeitung:

Vom Schildkrötenpanzer wird nur das Mittelteil des Rückenschildes verwendet, der aus 13 Platten besteht. Die Gewinnung erfolgt mittels Wärme, die das Schildpatt vom Knochenpanzer löst. Wärme und Druck sind auch notwendig, um das Schildpatt elastisch und formbar zu machen und es weiter zu verarbeiten. So können für größere Objekte (zum Beispiel das hier gezeigte Tablett) einzelne Platten mit einer Kombination von Hitze und Druck miteinander "verschweißt" werden. Schildpatt ist ein enorm schwierig zu verarbeitendes Material und deren mühevoll und mit viel „Lehrgeld" (sprich ruiniertem Schildpatt) erworbenen Verarbeitungstechniken, wurden von den Handwerker und Werkstätten zu allen Zeiten streng als Geheimnis gehütet. So stehen auch den heutigen Restauratoren von alten und antiken Schildpattobjekten nur wenige, historische Quellenschriften der Verarbeitung zur Verfügung. Hier wird Geschick, Können und viel Erfahrung gebraucht.

Die Pflege:

Schildpatt ist ein Naturprodukt und besteht sehr ähnlich wie Horn oder Haare größtenteils aus Keratin. Verarbeitetes Schildpatt ist durchscheinend und hat einen feinen Glanz. Schützen Sie IhreSchildpattdose-rund Kopie Schildpattobjekte vor zu viel Sonneneinstrahlung, da die Hitze es „blind" macht und brüchig. Silber an Schildpatt nur mit einer milden Silberputzmilch behandeln oder noch besser, nur ab und zu mit einem Silberputztuch polieren. Niemals in ein chemisches Tauchbad geben, das zerstört die Oberfläche des Schildpatts! Unsere Schildpatt/Silberobjekte sind professionell aufgearbeitet, und haben weder Risse, noch Fehlstellen, noch blinde Oberflächen. Mattes Schildpatt kann nur von einem Fachmann wieder glänzend aufpoliert werden. Es von Zeit zu Zeit mit einem weichen Tuch und einem Tropfen Öl einzureiben, erhält aber den vorhandenen Glanz. Früher nahm man dafür gereinigtes Walnusöl, heute ist reines Silikon-Öl (erhältlich in Baumärken oder z.B. bei Amazon) die beste Alternative. Vorsicht- Schildpatt kann brechen. Zum Beispiel durch zu großen Druck bei Messern – also bitte Kaviarmesser nicht als Buttermesser verwenden - oder beim Fallenlassen auf harte Untergründe. Fehlstellen und Brüche können restauriert werden, was jedoch immer einen hohen Kostenaufwand bedeutet.

Artenschutz und CITES-Bescheinigung:

CITES (Convention on International Trade in Endangered Species), das Washingtoner Artenschutzübereinkommen ist die erste internationale Regelung für bedrohte Lebewesen, die seit 1973 existiert. In Deutschland trat es 1976 in Kraft. Seitdem ist der Handel und die Einfuhr von Tier – und Nagelpolierer-Marken2Pflanzenarten, die von der Ausrottung bedroht sind unter Strafe verboten. Die Meeresschildkröten und damit das Schildpatt stehen auf der Liste ganz oben.

Ausnahmen von diesem Handelsverbot sind Antiquitäten, die vor 1947 gefertigt wurden. Den Nachweis dafür muss der Anbieter erbringen. Für Schildpattobjekte in der Kombination mit Silber ist dies einfach, da echtes Silber Silberpunzen trägt, die die Herkunft und die Zeit der Entstehung dokumentieren. Auf das Jahr genau, wissen wir es von englischen Gegenständen, die neben der Silberfeingehaltsmarke, der Stadtmarke auch immer die Jahresmarke der Entstehung tragen. So sind wir und Sie immer auf der sicheren Seite.

 

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