Das besondere Silberobjekt

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Teestunde anno 1730 - Barocke Silberkannen aus Augsburg


Der Tee kam Anfang des 17. Jahrhunderts nach Europa. Im Jahr 1610 brachte zum ersten Mal die Niederländische Ostindien-Kompanie, die zu dieser Zeit das europäische Monopol für den Handel Tee-18.Jahrhundert-amit Asien hatte, eine Schiffsladung mit chinesischen Tee in die Niederlande. Etwa zur gleichen Zeit, 1618 kam der Tee von China über die Mongolei nach Russland. 1662 war es Katharina von Braganza, Tochter König Johann IV von Portugal, die nach ihrer Heirat mit dem englischen König Charles II, das Teetrinken beim englischen Hof einführte und die Engländern die Liebe zum Tee lehrte. Nach Deutschland kam der Tee Mitte des 17. Jahrhunderts, von den Niederlanden nach Ostfriesland, wo sich, ähnlich der englischen, eine ganz eigene Teekultur entwickelte. So wurde der Teegenuss zuerst in ganz „Norddeutschland" populär. Die „Süddeutschen" tranken Kaffee und Schokolade. Tee, der nach wie vor extrem teuer war, wurde seltener und in geringen Mengen von Adel- und Oberschicht konsumiert. Die ersten Silber-Teekannen entstanden in Anlehnung an ostasiatische Porzellan-und Keramikformen, die feinen Porzellantassen, aus denen man den Tee trank hatten noch keine Henkel, sondern waren kleine Schalen, sogenannte Koppchen mit Untertellern. Die meisten Teekannen, die in Augsburg Anfang des 18. Jahrhunderts hergestellt wurden, waren Bestandteile von umfangreichen und sehr luxuriösen Reiseservicen für Königshäuser und Adel. Das heißt auch, dass sie klein und zierlich waren - zwischen 12 cm und 14 cm hoch mit einem Vassungsvermögen bis ca. einem halben Liter, ganz so, wie ihre englischen Verwandten der gleichen Zeit. So ist es auch nachvollziehbar, dass frühe deutsche und besonders Augsburger Teekannen viel seltener sind als Kaffee- und Schokoladenkannen.
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Die Augsburger Teekannen aus der Barockzeit sind niedrig und birnenförmig gebaucht mit tief angesetzter Tülle und einem Innensieb. Fast immer sind sie innen vergoldet. Die Kannen sind fassionniert und haben gerade Züge, die über den gesamten Korpus bis zum Deckelkauf verlaufen. An den geraden Zügen erkennt man die Zeit des Barocks, das frühe 17. Jahrhundert, bereits 1750 im Wandel des Stiles zum Rokoko wurde die Form zwar beibehalten, die Züge sind jedoch jetzt gedreht. Die barocken Kannen haben einen C-förmigen, geschwungenen Henkel meist aus Ebenholz, die S-förmige Tülle wird mit einem Klappdeckelchen verschlossen. Die Kanne öffnet sich mit dem seitlich angesetzten Scharnierdeckel.

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Barocke Augsburger Teekannen des frühen 18. Jahrhundert sind gesucht, ganz besonders wenn sie von einem bekannten Meister gearbeitet wurden. Der berühmteste Meister für Teekannen dieser Zeit war Esaias Busch III, der von 1704 bis 1759 tätig war. Eine Teekanne von Esaias Busch III ist so auch in jeder bedeutenden öffentlichen und privaten Sammlung von Augsburger Silber zu finden - und jetzt auch in der Silbersuite.



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