Leben mit Silber

Spieglein

"She´s a Lady" - Verführung in Silber

Über die Feiertage liefen wunderbare, alte Hollywoodklassiker im Fernsehen. Mein „Spiegelthema“ bereits in Vorbereitung, fiel mir dabei eines besonders auf, was ich so vorher nicht bewusst wahr genommen habe: In jeden Film gab es mindesten eine Szene, in der die Protagonistin vor einem Spiegeltisch saß, sich frisierte, schminkte oder, schon im Abendkleid, Schmuck anlegte: Scarlett in „Vom Winde verweht“ in ihrem berühmten, blutroten Hausmantel, Marylin Monroe, alias Lorelei inSpiegeltisch in Hollywood „Blondinen bevorzugt“ auf dem Ozeandampfer, Ingrid Bergmann, als Broadwaystar in „Indiskret“ in ihrem New Yorker Apartment, usw. Aber auch meine Mutter, so erinnere ich mich, hatte einen Tisch mit Stoffröckchen im Schlafzimmer, auf dem neben Töpfen, Tiegeln, Bürsten und Flakons auch ein großer, dreigeteilter Tischspiegel stand. Ja, früher war es eine Selbstverständlichkeit, dass eine Dame einen Spiegeltisch in Ankleide oder Schlafzimmer zu stehen hatte und auch benutze. Die Zeiten haben sich geändert, es scheint aus der Mode gekommen – OBWOHL! Gerade vor ein paar Tagen sah ich im Zimmer eines Teenagers, umgeben von wilden Popplakaten, wieder einen wirklich hübschen Spiegeltisch. Ein Blick daraufhin ins Internet, erstaunte mich mit einem vielseitigen Angebot an Spiegelkommoden-und Aufsätzen, von modern bis antik. Also vielleicht doch nicht aus der Mode? Auch ich besitze so einen Tisch auf dem ein alter Spiegel aus Russland, selbstredend aus Silber, steht, umgeben von meiner Sammlung englischer Silberflakons, sowie Silberrahmen in groß und klein. Das sieht in meinem, zugegeben, recht großen Schlafzimmer hinreißend aus. Detail KnabenkapelleAber es hat auch praktischen Nutzen. Nach der morgendlichen Dusche begebe ich mich mit Vergnügen hierhin und überlasse das Bad gerne meinem Mann. Der Spiegel ist, wenn er duscht, ohnehin beschlagen und wir kommen uns nie die Quere, wenn er später denselbigen für Rasur und Bartpflege okkupiert. Ich aber kann mich ebenso ungestört schminken, föhnen und in Ruhe für den Tag fertig machen. In dieser Tradition, ob Sie es persönlich nun nützlich oder rein dekorativ finden, habe ich hier zwei Spiegeltische für Sie zusammengestellt, bei denen Silber die Hauptrolle spielt


Auf dem ersten Bild grüßen Jugendstil und Art Déco. Der imposante Spiegelaufsatz ist, ein für die Silbersuite seltenes, versilbertes Stück. Freunde der Silbersuite und Stammkunden wissen, dass es besondere Voraussetzungen braucht, um als versilbertes Objekt einen Platz in der Silbersuite zu bekommen: Seltenheit, Besonderheit, Originalität, Qualität, bekannte Provenienz. Der Spiegelaufsatz aus Wien um 1910 von der berühmten Firma Wolkenstein & Glückselig erfüllt alle Kriterien. Das über 50 cm hohe und ebenso breite Prachtstück besteht aus einer länglichen Konsole, auf der zwei Becher und eine Deckeldose verankert sind, alle drei mit perfekt erhaltenen Glaseinsätzen. Zwischen zwei dekorierten Säulen hängt der Spiegelrahmen, verziert mit Perlrand, Schmuckband und entzückender Knabenkapelle, die sich auf dem Deckel der Dose wiederholen. Der originale Spiegel ist facettiert und kann herausgenommen werden. Rund um den Spiegel steht – jetzt wieder alles in Silber – was Frau so liebt und braucht: Parfümflakons aus Glas mit Silbermontierungen, stehen auf einem Tablett mit Putti geschmücktem Rand. Dahinter ein seltener Flakon, ganz aus Silber, von derDetail Flakons und Seifendose Firma Rückert aus Mainz, berühmt für Ihre Jugendstilentwürfe. Der hohe Jugendstilrahmen mit den Schneeglöckchen stammt aus England von 1909, ebenfalls aus England, aus London von 1923, kommt die schöne Schildpattschatulle, die neben Accessoires für die Nagelpflege auch ein Döschen aus Schildpatt enthält. Ein seltenes und besonderes Stück, das gut 150 Jahre vor dem Jugendstil bereits ein modisches Toilettenaccessoire war, ist die Seifenkugel, die in Mexiko City um 1750 gefertigt wurde. Der Goldschmied hörte aus den klangvollen Namen Diego Conzáles de la Cueva und ist in der Literatur „The Art oft the Silversmith in Mexico“ ausführlich dokumentiert.


Ein Solitär ist auch das kleine "Frühstücksservice". Es besteht aus einer Kanne für Tee (sie hat ein Innensieb, aber auch Espresso ist natürlich möglich), einer Zuckerdose, einer Tasse mit Porzellaneinsatz, einem Löffel und ein passendes Mahagonitablett mit vier Silberecken. Das Service wurde um 1900 in Schwäbisch Gmünd, das zu Recht den Beinamen „Gold-und Silberstadt“ führte, gefertigt, reiste dann, in einer – noch immer vorhandenen – Präsentierbox nach Rio de Janeiro zum Verkauf, und - wer weiß, stand dann genau wie hier, auf einem Spiegeltisch, während sich die Dona des Hauses für den Tag zurechtmachte und dabei ihren ersten „Muntermacher“ zu sich nahm. Wie das Service, samt originaler Verkaufsbox, wieder zurück nach Deutschland fand, wüsste ich nur zu gerne - es wird wohl ein Geheimnis bleiben. Aber es zeigt auch, das Silber „made in Germany“, in der ganzen Welt geschätzt und begehrt wurde.

Detail Service Binder

Eine kleinere, aber nicht minder atraktive Alternative zum großen Spiegelaufsatz, ist ein Tischspiegel, wie Sie ihn hier auf dem zweiten Tisch sehen. Der Rahmen für den facettierten  Spiegel ist rundum mit Blüten und Ranken in Durchbrucharbeit verziert, oben bildet ein Blumenkorb mit Rosen den Mittelpunkt. Die Rückwand und der Austeller sind aus lackiertem Edelholz.

Spiegel 2
Passend zum romantischen Stil des Spiegels, gesellen sich verspielte Accessoires: Flakons und Dosen aus Wien und Paris, ein aufwändig mit Rosen gestalteter Rahmen aus London. Die Empire-Kaffee/Teetasse in Silber und Vergoldung wurde um 1840 von der berühmten Empire TasseFrankfurter Firma Hessenberg & Söhne geschaffen, die „Tulpenvase“, die wohl aus Hanau um die Jahrhundertwende stammt, präsentiert sich ganz im Barockstil des frühen 18. Jahrhunderts. Ein sehr originelles Silberobjekt ist die kleine „Schatztruhe“, die auf einem fahrbaren Karren montiert ist und Szenen aus dem niederländischen Leben des 19. Jahrhunderts zeigt. Ein typisches Stück, wie es sicher in den Niederlanden gemacht wurde, obwohl keine Marken mehr erkennbar sind. Die Silberprüfung hat einen Feingehalt von über 800/1000 ergeben, was die Niederlande als Herstellungsort, mit dem Feingehalt von 833/1000, untermauert. Nur eine hauchfeine Zahl 13, als Garantiemarke für Silber 13 Lot, ist auf der hübschen Riechdose in Herzform zu erkennen, damit – und nach Stil und Verarbeitung, lässt sie sich auf ca. 1860 datieren, mit der Provenienz Süddeutschland.

Wenn Sie als Mann jetzt etwas enttäuscht sind, dass sich dieser Magazinartikel ausschließlich mit "der Welt der Damen" beschäftigt, sei Ihnen das „neu eingestellt“ im Warenangebot ans Herz gelegt. Das Art Déco Set aus Dose und Flakon, samt Silbernagelfeile als Zugabe, die strenge Ablageschale aus den 30er Jahren der Familienfirma Wetzlar aus München oder das Teeservice aus Wien von Vincent Carl Dub kann Sie vielleicht „versöhnen“. Zudem gilt gleiches Recht für sie und ihn: In meinem früheren Artikel „It´s A Man´s World” drehte sich alles nur um den Mann.


Und- nebenbei, meine Herren: Schauen Sie doch mal mit den Augen einer Frau auf die sammelwürdigen Flakons, die schönen Dosen, seltenen Rahmen und die ausgefallenen Vasen, vielleicht ist ja das ideale Valentinsgeschenk dabei.

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